Mensch der Horst, also der hat sich jetzt eine Kamera auf dem Flohmarkt gekauft. Es ist ein echtes Spitzengerät, … also so eine alte Minolta Dimage 7. Das war eine der ersten, etwas besseren Digitalkameras ... so vor 20 Jahren. Er hat sie für 30€ bekommen, inklusive einer 256MB Speicherkarte und Ersatzakkus. Ich hab ihn gefragt, ob er unter die Fotografen gegangen sei…
"Ha woisch, des wird fei scho guat. Mit meiner Knipse lock i die Weiba an und uff moiner Couch zeig i dene noh was oi rechter Fotograf au so sexuell druff hat. Des wird goil!"
Ich war etwas skeptisch, sagte aber nix, weil ich mir zu hundert Prozent sicher war, dass es wieder Stoff für eine neue Geschichte geben würde.
Und ich hatte mich nicht getäuscht.
Drei Tage später klingelte nachts um halb vier mein Handy.
Ich wollte gerade ins Bett gehen und als ich seinen Namen auf dem Display las war ich kurz versucht, nicht abzunehmen. Aber ich bin halt so neugierig.
„Sag mal Horst, spinnst Du? Weisst Du wie spät es ist?“
„Ja, glei halb vier, warum?“
„Horst was ist los?“
„Du musch komma ond mr helfa. I koh mi nemmer bewega.“
„Um Gottes Willen, was ist denn passiert?“
„Jetzt komm, noh verzähl ihr dir älles.“
Keine 10 Minuten später klingelte ich an seiner Türe, aber Horst öffnete nicht. Dann hörte ich eine leise Stimme.
„Dr Schlüssel liegt onderm Fuaßabstroifer.“
Tatsächlich, wie konnte man nur so blöd sein, aber in diesem Falle war es wirklich hilfreich.
Ich öffnete also die Tür und sah Horst in mitten eines zerstörten Glastisches, in seltsam verrenkter Position liegen.
„Oh Gott Horst, bist du überfallen worden?“
„Noi, des war des Model und mei Kamera hat se mr au heh gmacht.“, er zeigte mit dem Kopf auf die Reste seiner Kamera, die wohl durch die Glasvitrine geflogen war und seine schönen Porzellanfiguren zerstört hatte.
„Was hast du denn schon wieder angestellt?“
„Oigentlich nix. I hab doch des Fotografiera als Hobby entdeckt, hann mi in oiner Fotocommunity angemeldet ond glei a Model für mei Besetzungscouch gsucht. Damit die au anbeisset han i a paar richtig guate Fotos im Netz zsammagsucht und mr oi richtig guates Profil erstellt. Da henn au glei a paar agbissa und die hübscheste han i noh zu oim Testshooting oiglade. Die isch au glei komma ond war ebbes überrascht, als sie koi Studio vorgfunda hadd, sondern nur mei Wohnzimmer. I han noh gsagt, oi guater Fotograf brauch koi Studio, sondern nur oi Kamera und den Blick fürs Detail. Mir henn noh ebbes gschwätzt ond i han gsagt, dass wenn sie guat isch ond nedd rumzickt, dann bring i sie ganz groß raus ond sie soll sich glei auszieha, damit mr afanga könnet. Sie hat na gmeint des geht ihr jetzt ebbes schnell ond hadd no gfragt wie des mit denne Bildrechte wär ond was für Motive mir denn shoota tätet. I hann noh gsagt, des se des getrost mir überlassa könnt, wichtig sei jetzt ersch oinmal, dass se a bissle locker wird ond i hann ihr a Wulle rübergschoba. Des hadd se abr nedd wella. I hann des noh erscht amol selber gtrunka ond hann noh gsagt, dass sie mr jetzt erscht amol ihre Titta zeiga soll ond sie hadd gmoint, dass des abr elles ebbes komisch sei ond sie müsst au no uf Toilett. Die war jetzt abr nedd gputzt, weil damit hann i ja nedd grechnet khet. Abr sie musst hald obedingt ond so han i ihr gsagt wo se noh muss. Sie hat noh gmeint, dass des ja a rechte Sauerei isch, die Toilett und i han gsagt, des stimmt. Sie had noh die Tür zugschlossa ond I han glei durchs Schlüsselloch glotzt ond ihr a bissle beim piesla zugschaut ond han au glei a erschtes Foto gmacht. Die hadd ned amol a Hösle gtraga sondern nur oin kurza Rock ond nix drunter. Zuerscht hadd sie aber ganz viel Klopapier auf die Brilla glegt, weil sie sich so geekelt hadd. Als sie sich nogsetzt hadd, hab ich gseha, dass sie a haufa Metallring an ihre Schamlippa khet hat ond übrall tätowiert war. Des hadd mr voll gfalla ond i war ganz uffgregt, weil in hann mr vorgstellt wie des bimmelt wen i se vögla tät I hann noh au glei mein König Guschtav rausgholt ond ebbes an ihm rungspielt. Noh isch abr dommerweis dr Blitz von derra bleede kamera losganga ond die hat des noh gseha, weil i ja durchs Schlüsselloch glotzt han. Die isch uffgsprunga ond i han gar nedd so schnell weg könna, wie die mir die Türklinka uffs Aug gschlaga hat weil ja mei Pimmel rausghängt isch. Bled war au, dass i nedd gwisst hann, dass die Judo kann ond als i aufsteha wollt, bin i quer durchs Wohnzimmer gschossa ond mit meim Rügga voll auf den Glastisch knallt. Der isch glei zsammgbrocha ond i hann mr mei Kreuz verrenkt ond mei Hüfte gstaucht. Noh hat se die Speicherkart aus meiner Kamera gnomma ond die Kamera in mei Vitrine gballert. Zom Abschied hadd se mi no zwoimal mit ihre Stiefel in dr Maga gtreta ond I war na scho froh als se ganga isch.“
Ich half Horst auf die Beine, verarztete ein paar kleinere Stichwunden und räumte ihm auch noch das Wohnzimmer auf. Irgendwie tat er mir gar nicht leid, aber ich holte uns trotzdem noch zwei Wulle aus der Küche.


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